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Im ersten Star Trek Kinofilm bekommt die Menschheit besorgniserregenden Besuch. Eine geheimnisvolle Energiewolke mit zerstörerischer Kraft fliegt auf die Erde zu. Captain Kirk wird mit dem gerade grunderneuerten Raumschiff Enterprise auf die Mission geschickt, die Gefahr zu bannen. Im Kern der Energiewolke stößt die Crew der Enterprise auf eine Maschine, die sich V’ger nennt und nach ihrem Schöpfer sucht. Nachforschungen führen zu einer Überraschung. Bei der Maschine handelt es sich um die Raumsonde Voyager 6 aus dem 21. Jahrhundert.

Voyager der Reisende
Voyager der Reisende

Die Sonde war entwickelt worden, um Wissen über das Universum zu sammeln. Irgendwann strandete die Sonde auf einem Planeten, der von Maschinen belebt war. Die Maschinen programmierten die Sonde um und gaben ihr ein Bewusstsein. Im Laufe der langen Reise wurde der Namenszug auf der Sonde beschädigt, so dass V’ger übrig blieb. Als die Sonde erkennt, dass der Mensch ihr Schöpfer ist, verlangt sie Antworten nach dem Sinn ihrer Existenz. Es wird brenzlig…

Der Hollywoodstreifen erschien im Jahr 1979 und faszinierte durch großartige Bilder und Spezialeffekte. Und es gab einen realen Bezug. Nur 2 Jahre zuvor startete die NASA die beiden Raumsonden Voyager 1 und 2. Ihre Mission: die Erforschung der Planeten, und dann eine unendliche Reise ins Weltall. An Bord befinden sich vergoldete Kupferplatten mit Bild- und Audioinformationen von der Erde und Botschaften an Außerirdische.

Voyager Raketenstart
Voyager Raketenstart

Seit dem Start von Voyager 1 und 2 sind über 35 Jahre vergangen. Beide Sonden passierten zunächst die Planeten Jupiter und Saturn. Wären wir an Bord eines Raumschiffs und nähmen Kurs auf Jupiter, dann sähe das so aus wie in der Animation aus Voyager-Aufnahmen. Jupiter ist ein gigantischer Planet aus Gas. Landen wäre hier unmöglich. Auf dem Planeten ziehen Wolken in Bändern parallel zum Äquator in entgegengesetzte Richtungen. Auf der Südhalbkugel tobt ein gewaltiger Wirbelsturm. Er ist so groß – unsere Erde könnte darin eintauchen.

Spektakuläre Bilder spornten die NASA an, die Mission von Voyager 2 zu verlängern. Die NASA-Techniker ließen sich Tricks einfallen, um die Sonde auf immer schwierigere Bedingungen in den Tiefen des Sonnensystems vorzubereiten. Voyager 2 erreichte Uranus und schließlich sogar Neptun. Erstmals sahen Menschen Bilder dieser exotischen, weit entfernten Welten.

1993 führte mich eine Reise nach Pasadena in Kalifornien. Es war zunächst eine spontane Idee, beim Jet Propulsion Laboratory anzuhalten. Von hier wurde die Voyager-Mission geleitet. Die Dame am Empfang, fragte mich, was sie für mich tun könnte. „Ich bin Besucher aus Deutschland, und habe mal jemanden kennengelernt, der hier arbeitet. Er heißt George Textor.“ „Oh, wie schön“, sagte sie. „Er ist sogar da. Ich werde ihm sagen, dass er Besuch hat.“ Damit griff sie schon zum Telefon.

Voyager Projektleiter George P Textor
Voyager Projektleiter George P Textor

Kurze Zeit später stand George Textor vor mir. Unkompliziert und freundlich lud er mich ein in sein Büro. George hatte eine wichtige Funktion: er war Vize-Projektmanager der Voyager Mission. Beim Kaffee zeigte er mir die schönsten Bilder von der Mission und erklärte mir etwas wehmütig, dass sein Team sehr klein geworden sei.

Voyagers Planeten:

JupiterJupiter
Jupiter
Voyager verläßt NeptunVoyager verläßt Neptun
Voyager verlaesst Neptun
JupitermondJupitermond
Jupitermond
Jupiter mit WirbelsturmJupiter mit Wirbelsturm
Jupiter mit Wirbelsturm
SaturnSaturn
Saturn
NeptunNeptun
Neptun
Saturn WolkenSaturn Wolken
Saturn Wolken
SaturnringSaturnring
Saturnring
Saturnmond EnceladusSaturnmond Enceladus
Saturnmond Enceladus
Saturnmond TitanSaturnmond Titan
Saturnmond Titan
Saturnmond TitanSaturnmond Titan
Voyager 2 bei Uranus
UranusUranus
Uranus
Uranusmond ArielUranusmond Ariel
Uranusmond Ariel
NeptunNeptun
Neptun
Neptuns dunkler FleckNeptuns dunkler Fleck
Neptuns dunkler Fleck
Voyager verlässt NeptunVoyager verlässt Neptun
Voyager verlässt Neptun

Voyager hatte sein letztes großes Ziel, den Neptun, bereits 5 Jahre zuvor passiert. Nun stand ein neues Projekt namens Galileo an – mit neuen Leuten, die damit angaben, besser zu sein. Die Space-Cowboys der Voyager-Mission standen vor der Wachablösung. Zum Abschied überreiche mir George mehrere Farbdrucke der schönsten Voyager-Bilder. Diese Bilder habe ich zu einer Fotogalerie zusammengestellt. Sie wecken Erinnerungen an das Treffen mit George Textor, der nun im Ruhestand ist, und an sein großartiges Weltraumprojekt.

12.9.2013. Die NASA verkündet, dass Voyager 1 etwa 19 Milliarden Kilometer entfernt ist und damit unser Sonnensystem verlassen hat.
Keine Sonde hat es je so weit geschafft. Von der Erde aus betrachtet befindet sich Voyager 1 im Schlangenträger, ein unauffälliges Sternbild am sommerlichen Nachthimmel. Von dort empfängt die NASA weiterhin die schwachen Radiosignale und wissenschaftliche Daten der Sonde. Mit etwas Glück reichen die Energiereserven noch weitere 10 Jahre. Danach wird Voyager verstummen und still im All weiter fliegen. Bei einer Geschwindigkeit von 60.000 Kilometern pro Stunde braucht der Reisende immer noch 40.000 Jahre, um auf den ersten Stern zu treffen. Es ist ein unspektakulärer Zwergstern mit dem Namen Gliese 445. Sollte es dort allerdings Außerirdische geben, dann werden sie sicher die Voyager-CD auflegen und Bach, Beethoven oder Mozart hören. Vielleicht begeistert sie aber noch mehr ein anderes Stück: Johnny B. Goode von Chuck Berry. Das ist Rock’n Roll!

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