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“Oh, mein Gott! Seht euch das an! Hier geht die Erde auf. Wow, ist das schön!”, staunt Apollo 8 Kommandant Frank Borman. Er greift sofort zur Kamera. “Hey, nicht fotografieren. Das ist nicht eingeplant.”, witzelt Crewmitglied Bill Anders. Sie legen einen Farbfilm ein und machen ganz ungeplant die ersten Bilder unseres blauen Planeten über dem Mond. Das war Weihnachten 1968.

Erde vom Mond Apollo 8
Erde vom Mond Apollo 8

Die Erde schwebt wie ein blau-weißes Juwel über der kargen Mondoberfläche. Auf der Erdhalbkugel sind Meere, Wolkenbänder und Kontinente zu erkennen. Der Anblickt stimmt die Space-Cowboys der Apollo 8 Mission nachdenklich. Frank Borman: “Ich denke, dass jeder von uns seine eigenen Eindrücke mit sich trägt von dem, was er heute gesehen hat. Ich weiß, mein eigener Eindruck ist, dass dies eine gewaltige, einsame und lebensfeindliche Welt ist. Der Mond sieht aus wie Wolken über Wolken aus Bimsstein. Und es wäre sicher kein einladender Ort zum Leben oder Arbeiten. Jim, worüber hast du am meisten nachgedacht?” Jim Lowell, der Pilot, kann den Blick vom Bullauge nicht abwenden. “Die gewaltige Einsamkeit hier auf dem Mond ist Ehrfurcht einflößend.  Sie lässt Dich erst begreifen, was Du zu Hause auf der Erde wirklich hast. Von hier aus gesehen ist die Erde eine Große Oase in der Tiefe des Weltalls.”

Heute können wir die Eindrücke der Apollo-Crew gut nachempfinden, wenn wir uns die Videoaufnahmen des japanischen Mondorbiters Kaguya ansehen. Die Sonde wurde 2007 von der japanischen Weltraumbehörde zum Mond geschickt, um geologische Untersuchungen zu machen. An Bord war eine hochauflösende Videokamera. Die Kamera hat beeindruckende Aufnahmen vom Mond zur Erde geschickt.

Das Video zeigt, wie der Orbiter am 4. Oktober 2007 in einer Umlaufbahn langsam über die Mondoberfläche gleitet. Die fremden Eindrücke sind atemberaubend und erschreckend zugleich. Wir bewegen uns langsam und lautlos über eine graugetönte, wüstenartige Landschaft übersäht mit Einschlagkratern. Ein gewaltiger Krater befindet direkt unter uns, weitere liegen Richtung Horizont. Plötzlich ist da etwas! Am Mondhorizont. Da schimmert ein schmaler blauer Fleck. Er wird langsam grösser und hebt ab vom grauen Horizont in den schwarzen Himmel – es ist die Erde. Jim Lowell hat Recht. Die Erde ist eine blaue Oase im Sonnensystem. Und es gibt nur diese. Wir sollten mit unserer Erde behutsam umgehen.

Erde Mond Aufnahmen Galileo 1992 Animation NASA
Erde Mond Aufnahmen Galileo 1992 Animation NASA

Aus großer Entfernung erscheinen Erde und Mond wie ein kleines Planetensystem. So zeigen es die Bilder der Raumsonde Galileo, die 1992 auf dem Weg zum Jupiter ist. Am 16. Dezember 1992 blicken ihre Kameras aus über 6 Millionen Kilometern Entfernung zurück zu Erde und Mond: ein blaues Juwel und eine kleine Staubkugel. Wie konnte ein so ungleiches Paar überhaupt zusammen kommen? Die Frage stellen sich Forscher schon lange. Doch das ist eine eigene Geschichte.

Winkt Saturn
Winkt Saturn

Aber einen ham wa noch. Im Juni 2013 ruft die NASA weltweit zu einer besonderen Aktion auf: “Wave at Saturn”, winkt dem Saturn. Was ist da los? Die NASA erwartet eine außergewöhnliche Situation ihrer Raumsonde Cassini. Cassini kreist bereits seit 2004 um den Ringplaneten Saturn und macht fleißig Bilder.

Saturn Cassini 2004
Saturn Cassini 2004

Am 19. Juli 2013, fliegt sie in den Schatten hinter den Planeten. Dort ist das grelle Gegenlicht der Sonne für kurze Zeit abgeblendet. Und genau in dem Moment können die Kameras entlang der Ringe des Saturns ein Bild von der Erde machen. Für uns heißt das, am Abend des 19. Juli auf einen Berg mit freier Sicht nach Westen steigen zu müssen, um Saturn zu sehen. Denn Saturn steht am abendlichen Himmel über dem westlichen Horizont. Um 23h30 ist es dann soweit. Cassini ruft: “Hallo Erde!”, und wir winken, winken, winken! Gut, Cassini hat das Bild im Kasten. Schauen wir mal, was dabei herausgekommen ist.

Erde vom Saturn Cassini 2013
Erde vom Saturn Cassini 2013

Es braucht über einen Tag, bis das Bild zur Erde übertragen und von der NASA verarbeitet ist. Tatsächlich, es hat funktioniert. Das Bild ist einzigartig! Im Vordergrund ein Ausschnitt des gewaltigen Saturn mit seinem Ring. Unterhalb des Rings befindet sich ein kleiner blauer Lichtfleck. Das ist unsere Erde! Aus 1.44 Milliarden Kilometer Entfernung ist unser Juwel fast punktförmig. Da sind keine Details auszumachen. Obwohl, mein Freund Henning, dem es an Körpergröße und Selbstbewusstsein nicht mangelt, ist sich sicher: “Wenn es nicht bewölkt gewesen wäre, hätte man mich gesehen!”

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